Harzer Kind

Tomatensorte Harzer Kind

Sortenbeschreibung

Harzer Kind, welch herrlicher Name für eine Tomatensorte. Es ist eine alte DDR-Sorte, die 1953 auf den Markt kam und bis 1965 in der DDR offiziell zugelassen war. Das Harzer Kind wurde am IfZ (Institut für Züchtungsforschung) in Quedlinburg von Paul Vogel gezüchtet. Mittlerweile gehört das Harzer Kind zu den vom Aussterben bedrohten Sorten und steht auf der Roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutzpflanzen. 

Auf den ersten Blick sehen die roten Früchte der DDR-Kultsorte Harzfeuer F1 von Dr. Friedrich Fabig sehr ähnlich. Allerdings ist das Harzer Kind samenfest, einige Jahre älter und kennt als sogenannte Hellfruchtsorte auch keinen grünen Kragen. Die Pflanzen haben normales, dunkelgrünes Laub, einen kräftigen Wuchs und werden bei mir mit 2 bis 3 Trieben an die 2 Meter hoch. Von der befruchteten Blüte bis zur Erntereife vergehen im Schnitt 65 Tage.

In der Regel wachsen 7 bis 10 Tomaten an einer Rispe heran. Von der Form und Größe her sind die runden Tomaten recht einheitlich. Im Durchmesser erreichen die Früchte eine Größe von 4 bis 6 cm und bringen bis zu 100 g auf die Waage. Im Anschnitt zeigt sich ein saftiges Fruchtfleisch mit 2 oder 3 Fruchtkammern. Eine feste, aber beim Essen nicht unangenehm harte Haut sorgt für platzfeste Früchte und eine gute Freilandtauglichkeit. Der Geschmack ist hervorragend, ein wunderbar altmodisches, fruchtiges, süß-säuerliches Tomatenaroma.

Übersicht 

T020
Harzer Kind
Wuchsform:Stabtomate, normalblättrig
Herkunft:DDR, Quedlinburg, Paul Vogel
Fruchttyp: Salattomate
Fruchtfarbe: rot
Fruchtform: rund
Fruchtgröße:
Ø 4 – 6 cm
Fruchtgewicht:bis 100 g
Reifezeit:60 – 70 Tage – mittel
Wuchshöhe:indeterminiert, um 200 cm
Geschmack:fruchtig, süß-säuerlich
Standort: Gewächshaus, Freiland, Kübel
Ertrag: hoch

Meine Erfahrungen mit dem Harzer Kind

Das Harzer Kind ist eine reich tragende, gute, alte Sorte mit vorzüglich schmeckenden Salattomaten. Die robusten Pflanzen sind widerstandsfähig und besitzen gute Resistenzen gegenüber Krankheiten. Sie kommen auch mit den kühlen und oft widrigen Bedingungen hier im Mittelgebirge gut zurecht. Deshalb ist das Harzer Kind nicht nur für das Gewächshaus geeignet, sondern auch uneingeschränkt für den Anbau im Freiland zu empfehlen.

Das Harzer Kind lässt sich natürlich auch in Kübeln und Töpfen unterbringen, wenn man auf eine gute Versorgung mit Nährstoffen achtet. Deshalb sollte man unbedingt auf ausreichend große Pflanzgefäße setzen und mindestens 30 Liter beste Erde pro Pflanze einplanen. Ein Regenschutz ist für Tomaten generell zu empfehlen und sicher auch bei dieser eigentlich unverwüstlichen Sorte kein Fehler.

Bei mir wächst das Harzer Kind hauptsächlich unter freiem Himmel. Sind nach den Eisheiligen im Mai keine Spät-
fröste mehr zu erwarten, beziehen meine Jungpflanzen ein sonniges Plätzchen im Garten. Sie werden im Abstand von 70 bis 80 cm ausgepflanzt und mit 2 bis 3 Trieben am Spalier aufgeleitet. Der Boden unter den Pflanzen wird mit Mulch abgedeckt. So bleibt die Erde gleichmäßig feucht und ich spare mir das Gießen.

Damit halten sich die Pflegemaßnahmen in Grenzen, denn bis aufs Ausgeizen und Anbinden gibt es bis zur Ernte nicht mehr viel zu tun. Anfang August kann ich bei mir mit den ersten reifen Tomaten rechnen und die schönste Zeit, die Erntezeit beginnt. Zieht man seine Pflanzen, wie ich, mehrtriebig und gönnt ihnen genügend Platz, lässt sich bis weit in den Herbst eine ansehnliche Ernte einfahren.

Das Harzer Kind ist eine ausgezeichnete Universaltomate. Sie lässt sich in der Küche für alles Mögliche verwenden. Mir schmeckt sie direkt vom Strauch am besten. An warmen Abenden ist natürlich auch ein frischer Tomatensalat mit Zwiebel, Mozzarella, Basilikum und Balsamico ein Gaumenschmaus. Hat man viele Früchte geerntet, lässt sich natürlich auch ein köstlicher Tomatensugo für den Wintervorrat herstellen.  

Bewertung     

Das Harzer Kind ist eine unkomplizierte, ertragreiche Salattomate mit leuchtend roten Früchten und köstlichem Geschmack. Für mich ist das Harzer Kind eine unbedingt erhaltenswerte Sorte, die es locker mit den armseligen, nach nichts schmeckenden Supermarkttomaten von heute aufnehmen kann.

Viele Tomatenfreunde vermissen den ehemals guten Geschmack der Sorte Harzfeuer F1. Das, was man heute als Harzfeuer F1 bekommt, hat leider nichts mehr mit der originalen Harzfeuer F1 aus der DDR zu tun.

Deshalb sind alte samenfeste Sorten wie das Harzer Kind besser, weil sie immer noch so schmecken wie früher.

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