Piennolo del Vesuvio

Tomatensorte Piennolo del Vesuvio

Etwas zur Geschichte der Piennollo del Vesuvio

Pomodorino del Piennolo del Vesuvio ist der Name dieser bekannten, historischen Tomatensorte aus Kampanien. Die Piennolo del Vesuvio Tomate wird seit Generationen an den mineralreichen Hängen des Vesuvs angepflanzt. Piennolo heißt zu Deutsch Pendel und beschreibt die traditionelle Methode, die Tomaten in Trauben zu bündeln, sie aufzuhängen und über Monate haltbar zu machen. Daher kommt auch der Beiname italienische Wintertomate.

Die Geschichte dieser Tomate reicht weit zurück. Im Jahr 1858 verfasste der Gelehrte Achille Bruni (1818–1881) in seinem Werk „Über Gemüse und seinen Anbau in der Stadt Neapel“ eine wissenschaftlich fundierte Beschreibung zur Piennolo–Tomate. Er hob damals schon die außergewöhnliche Eigenschaft hervor, dass sie „bis zum Frühjahr ausgezeichnet bleiben“, wenn sie in Bündeln zusammengebunden und auf Dachböden aufgehängt werden.

1885 schrieb der Agrarwissenschaftler Professor Paride Palmieri in seinem „Jahrbuch der Landwirtschaftsschule“ über die Anbaumethode der Piennolo-Tomaten am Vesuv und die traditionelle Art der Konservierung als übliche Praxis in der Region. Damit sind Bruni und Palmiri die wahrscheinlich frühesten Chronisten, die den kulturellen und landwirtschaftlichen Wert der Piennolo del Vesuvio für die Region Kampanien dokumentierten.

Seit 2009 ist die Piennolo del Vesuvio durch DOP (geschützte Ursprungsbezeichnung) zertifiziert, was den Anbau auf wenige Gemeinden rund um den Nationalpark Vesuv begrenzt.

Sortenbeschreibung

Piennolo del Vesuvio ist eine Stabtomate und produziert jede Menge kleine, knackige, leuchtend rote Früchte, die in einer sortentypisch gut ausgeprägten kleinen Spitze enden. Die normalblättrigen, dunkelgrünen Pflanzen sind locker belaubt, haben einen schlanken Wuchs und werden bei mir mit mehreren Trieben kaum höher als 150 cm. Die Sorte hat eine mittlere Reifedauer. Von der befruchteten Blüte bis zur Erntereife vergehen etwa 65 Tage.

 Pro Rispe wachsen im Schnitt 7 bis 9 Früchte heran. Oft verzweigen sich die Fruchtstände, dann sind auch Rispen mit 15 und mehr Früchten möglich. Im Durchmesser erreichen die Tomaten 3 bis 4 cm, werden 5 bis 6 cm lang und bringen bis zu 40 g oder manchmal auch etwas mehr auf die Waage. Von der Form und Größe her sind die Tomaten sehr einheitlich, oval und immer spitz zulaufend.

Die Früchte haben 5 gekrümmte Kelchblätter, samtig weiches Fruchtfleisch, 2 Samenkammern und nur wenig Saft. Eine knackige, feste Haut sorgt für platzfeste Früchte, eine gute Freilandtauglichkeit und nicht zuletzt für die oben beschriebene lange Haltbarkeit der eintrocknenden Früchte. Der Geschmack ist aromatisch, und ausgewogen süß-säuerlich. 

Übersicht

T090
Piennolo del Vesuvio
Wuchsform:Stabtomate, normalblättrig
Herkunft:Italien
Fruchttyp: Cocktailtomate
Fruchtfarbe: rot
Fruchtform: oval mit Spitze
Fruchtgröße:
Ø 3 – 4 cm, ⇕ 5 – 6 cm
Fruchtgewicht:bis 45 g
Reifezeit:60 – 70 Tage - mittel
Wuchshöhe:indeterminiert, um 150 cm
Geschmack:knackig, würzig, fruchtig, süß
Standort: Gewächshaus, Freiland, Kübel
Ertrag: hoch

 

Meine Erfahrungen mit Piennolo del Vesuvio

Piennolo del Vesuvio ist eine unkomplizierte, anspruchslose Sorte mit hohem Ertrag und vortrefflichen Früchten. Die Lagertomate ist robust, zeigt gute Resistenzen gegenüber Krankheiten und fruchtet auch bei unseren kühlen Temperaturen hier im Vogtland sehr zuverlässig. Ein lauschiges Plätzchen im Garten, nährstoffreicher Boden und etwas Platz, viel mehr braucht es nicht, damit man viel Freude an dieser tollen Cocktailtomate hat.

Somit kann ich Piennolo del Vesuvio für den geschützten Anbau unter Glas und Folie, aber auch uneingeschränkt fürs Freiland empfehlen. Die Pflanzen lassen sich ebenso in Kübeln und Töpfen kultivieren, sofern man auf große Gefäße setzt und jeder Pflanze mindestens 30 Liter gute Erde spendiert. Ein Regenschutz ist für Tomaten immer zu empfehlen und hilft sicher auch dieser robusten Sorte, länger gesund zu bleiben. 

Ich pflanze Piennolo del Vesuvio überwiegend unter freiem Himmel an. Sind nach den Eisheiligen Ende Mai keine Spätfröste mehr zu erwarten, beziehen meine Jungpflanzen ein sonniges Plätzchen im Tomatenbeet und werden mit ca. 80 cm Abstand am Spalier ausgepflanzt. Für einen hohen Ertrag erziehe ich die Pflanzen mehrtriebig und binde sie ordentlich am Spalier auf.

Den Boden decke ich mit einer Mulchschicht ab. So bleibt die Erde immer ausreichend feucht und ich spare nicht nur Wasser, sondern auch viel Zeit fürs Gießen. Ganz nebenbei unterdrückt eine Mulchschicht auch das Unkraut und liefert Nahrung für Regenwurm & Co., die daraus frischen Kompost herstellen. Die Pflegemaßnahmen halten sich damit in Grenzen, denn bis aufs Anbinden und Ausgeizen gibt es bis zur Ernte nicht mehr viel zu tun.

Ab August ist bei mir mit den ersten reifen Früchten zu rechnen. Die Pflanzen liefern viele Wochen lang knackige, wohlschmeckende Früchte, die mir sonnenwarm, direkt vom Strauch, gut schmecken, sich aber auch bestens zum Trocknen für den Winter eignen. Haben wir Glück und bekommen keinen frühen Frost, produzieren die Pflanzen bis weit in den Oktober hinein unermüdlich neue Früchte.

 Bewertung     

Piennolo del Vesuvio ist eine pflegeleichte, widerstandsfähige Tomatensorte, die sich fürs Freiland eignet und auch in kühleren Gefilden gut zurechtkommt. Es ist eine ausgezeichnete, ertragreiche Sorte mit bildhübschen Früchten, die frisch hervorragend schmecken, aber auch getrocknet, zusammen mit Kräutern und Knoblauch in Öl eingelegt, ein Gaumenschmaus sind. Für mich ist Piennolo del Vesuvio auf alle Fälle eine empfehlenswerte Tomate und sicher auch  eine Bereicherung für die immer kleiner werdende Vielfalt in unseren Gemüsegärten.

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