Perfekta

Tomatensorte Perfekta

Sortenbeschreibung

Perfekta ist der Name dieser mittlerweile seltenen und kaum noch bekannten alten Wirtschaftssorte aus der DDR. Die Buschtomate stammt vom VEG Saatzucht Erfurt und wurde in der Versuchsstation Dachwig unter der Leitung von Dr. Klaus-Otto-Stegemann gezüchtet. Die Perfekta kam 1955 auf den Markt und hatte in der DDR bis 1971 eine offizielle Sortenzulassung. Als die Perfekta 1974 aus dem Handel genommen wurde, ist es ruhig um sie geworden.

Heute teilt sie das Schicksal vieler alter Sorten und steht auf der Roten Liste der gefährdeten und vom Aussterben bedrohten einheimischen Nutzpflanzen. Die Sorte Perfekta wurde ehemals für den Erwerbsgartenbau gezüchtet. Sie produziert mittelgroße bis große rote Salattomaten bzw. kleine Fleischtomaten. Die normalblättrigen Pflanzen tragen dichtes, dunkelgrünes Laub und werden bei mir nicht viel höher als 120 cm. Von der befruchteten Blüte bis zur reifen Frucht vergehen etwa 65 bis 70 Tage.

Pro Rispe wachsen in der Regel 3 bis 5 Tomaten heran. Sie erreichen eine Größe von 5 bis 7 cm, bringen bis zu 150 g und manchmal auch etwas mehr auf die Waage. Die kleineren, der leuchtend roten Früchte, sind in der Form eher hochrund, die mittelgroßen rund und die größeren etwas abgeflacht. Im saftigen Fruchtfleisch schlummern 3 bis 4 oder auch mehrere Fruchtkammern, aber nicht allzu viel Samen.

Eine feste, aber beim Verzehr nicht unangenehm harte Haut verhindert das Platzen der Früchte und bescheinigt der Buschtomate eine gute Freilandtauglichkeit. Der Geschmack ist so, wie man es von einer guten Salattomate erwarten darf, fruchtig und ausgewogen süß-säuerlich.

Übersicht

T045Perfekta
Wuchsform:Buschtomate
Herkunft:DDR
Fruchttyp: Salattomate
Fruchtfarbe: rot
Fruchtform: rund bis hochrund
Fruchtgröße:
Ø 5 – 7 cm
Fruchtgewicht:bis 150 g
Reifezeit:60 – 70 Tage – mittel
Wuchshöhe:determiniert, um 120 cm
Geschmack:fruchtig, süß-säuerlich
Standort: Gewächshaus, Freiland, Kübel
Ertrag: hoch

Meine Erfahrungen mit der Tomatensorte Perfekta

Perfekta ist eine unkomplizierte, pflegeleichte, genügsame und vor allem auch sehr produktive alte Tomatensorte. Die Buschtomate ist widerstandsfähig und nicht besonders anfällig für Krankheiten. Die Pflanzen sind sehr robust und fruchten auch in kühleren Gegenden wie hier am Rande des Erzgebirges sehr zuverlässig. Deshalb eignet sich die Perfekta für den geschützten Anbau im Gewächshaus, kommt aber auch mit den oft schwierigen Bedingungen unter freiem Himmel ganz gut zurecht.

Mit ihrem kompakten Wuchs lässt sich die Perfekta natürlich auch in Kübeln und Töpfen erfolgreich kultivieren. Allerdings sollte man den Nährstoffbedarf der Pflanzen nicht unterschätzen und nur große Pflanzgefäße nutzen. Um eine vernünftige Versorgung zu garantieren, sollte man pro Pflanze mindestens 30 Liter gute Erde einplanen. Bis auf ein sonniges Plätzchen, ab und zu etwas Wasser, stellt die Perfekta nur wenig Ansprüche und erzielt auch im Topf oder Kübel einen respektablen Ertrag.

Bei mir wächst die Perfekta ausschließlich unter freiem Himmel. Sind nach den Eisheiligen Ende Mai keine späten Fröste mehr zu erwarten, werden meine Jungpflanzen im Abstand von 70 bis 80 cm ins Tomatenbeet ausgepflanzt. Man braucht die Pflanzen nur wenig oder gar nicht auszugeizen, sollte ihnen aber eine Stütze spendieren, die das Abknicken bei Wind verhindert und das Gewicht der Früchte trägt. Eine Mulchschicht unter den Pflanzen hält die Erde gleichmäßig feucht, unterdrückt das Unkraut und liefert Nahrung für Regenwurm & Co. 

Anfang August kann ich mit den ersten reifen Tomaten rechnen. Die Früchte sind nicht empfindlich und dürfen in aller Ruhe an den Pflanzen ausreifen. Sie überstehen auch mal ein paar Tage Regen, ohne Schaden zu nehmen und platzen selbst bei tagelangem Dauerregen nur selten. Die Perfekta blüht und fruchtet viele Wochen und sorgt auch im Herbst noch für wohlschmeckende Früchte, die ich gerne für einen frischen Tomatensalat verwende. 

Bewertung     

Perfekta ist eine anspruchslose, unproblematische Buschtomate, die sich besonders durch ihre Robustheit, ihren hohen Ertrag und nicht zuletzt durch ihre vortrefflichen Früchte auszeichnet. Für mich ist es eine erhaltenswerte gute alte Tomatensorte, die absolut nichts auf der Roten Liste zu suchen hat. Eine, wie ich finde, empfehlenswerte Universaltomate, die es verdient hat, wieder öfter in unseren Gärten angebaut zu werden. 

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