Pascal de Picardie

Tomatensorte Pascal de Picardie

Die Geschichte von Pascal de Picardie

Pascal de Picardie ist der Name dieser außergewöhnlichen, prächtig gefärbten Romatomate aus den USA. Die Sorte wurde von Dean Slater aus Copemish (Michigan) entwickelt und entstand durch Kreuzung einer Anthotomate mit einer mir nicht bekannten Pasta- bzw. Romatomate. Zunächst wurde die neu entstandene Tomate vom Züchter als Crazy Horse Antho Paste bezeichnet. 2017 benannte sie Dean Slater dann zu Ehren seines Freundes Pascal Antigny, der maßgeblich an der Auswahl und Stabilisierung beteiligt war in Pascal de Picardie um.

Pascal Antigny ist nicht nur ein passionierter Tomatenliebhaber und Sammler, der seit 1985 an die 4000 Tomaten-
sorten in seinem Garten in der Picardie im Norden Frankreichs angebaut hat. Er ist auch der Autor eines beliebten Tomatenführers "Guide des Tomates", in dem er 250 Tomatensorten beschreibt und mit hunderten Fotos vorstellt. Nicht zuletzt ist Pascal Antigny auch noch der Präsident des Vereins "Cultive ta rue", der sich vornehmlich um die Vielfalt und die Erhaltung von Tomatensorten bemüht.

Sortenbeschreibung

Pascal de Picardie produziert mittelgroße pinkfarbene, eiförmige Salattomaten mit schwarzblauen Schultern und einer deutlichen Spitze. Die Pflanzen tragen normales, dunkelgrünes Laub und werden mit mehreren Trieben bei mir um die 2 Meter hoch. Von der Blüte bis zur Erntereife vergehen bei der mittelspäten Sorte etwa 65 Tage. In der Regel wachsen pro Rispe 5 bis 7 Früchte heran. Im Durchmesser erreichen die Tomaten 5 bis 6 cm, werden 6 bis 8 cm lang und bringen bis zu 180 g auf die Waage.

Von der Form und Größe her sind die Tomaten nicht ganz einheitlich, meist aber länglich bis eiförmig mit einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Spitze. Beim Anschnitt zeigt sich viel zart schmelzendes, kräftig durch- gefärbtes Fruchtfleisch. Es gibt mehrere Fruchtkammern, aber nicht allzu viele Samen. Die Haut ist weich, aber trotzdem sind die Früchte auch im Freiland weitestgehend platzfest. Den Geschmack würde ich als aromatisch, fruchtig, süßlich, mit einer leichten Säure beschreiben.

Übersicht 

T340
Pascal de Picardie, Crazy Horse Antho Paste
Wuchsform:Stabtomate, normalblättrig
Herkunft:USA
Fruchttyp: Salattomate
Fruchtfarbe: pink, schwarzblaue Schultern
Fruchtform: eiförmig, länglich
Fruchtgröße:
Ø 5 – 6 cm, ⇕ 6 – 8 cm
Fruchtgewicht:bis 180 g
Reifezeit:60 – 70 Tage – mittel
Wuchshöhe:indeterminiert, ⇕ 200 cm
Geschmack:saftig, fruchtig, süß, leichte Säure
Standort: Gewächshaus, Freiland, Kübel
Ertrag: hoch

Meine Erfahrungen mit Pascal de Picardie

Pascal de Picardie ist eine nicht alltägliche Tomatensorte mit wohlschmeckenden, prächtig gefärbten Früchten. Am Anfang legen die Pflanzen bei mir einen eher verhaltenen, schlanken Wuchs an den Tag und wirken mit ihren wenigen hängenden Blättern immer etwas kränklich. Im Laufe der Zeit entwickeln sich aber daraus robuste, große Pflanzen mit kräftigen Rispen. Die Sorte ist recht resistent, nur wenig anfällig für Krankheiten und fruchtet auch bei kühleren Temperaturen, wie hier am Rande des Erzgebirges sehr zuverlässig.

Deshalb kann ich Pascal de Picardie sowohl für den geschützten Anbau im Gewächshaus als auch für den Anbau im Freiland empfehlen. Die Sorte lässt sich auch in Töpfen und Kübeln erfolgreich kultivieren. Für einen hohen Ertrag und eine vernünftige Versorgung mit Nährstoffen sollte man auf ausreichend große Pflanzgefäße achten und jeder Pflanze mindestens 30 Liter beste Erde spendieren. Ein Regenschutz ist bei Tomaten generell zu empfehlen, aber hier nicht zwingend notwendig.

Wie bei den meisten meiner Antho-Sorten hat sich auch für Pascal de Picardie ein sonniger Standort unter freiem Himmel bewährt. Sind nach den Eisheiligen im Mai keine Spätfröste mehr zu erwarten, werden die Jungpflanzen im Abstand von ca. 70 cm ausgepflanzt und mit mehreren Trieben am Spalier ordentlich aufgebunden. Der Boden unter den Pflanzen wird gemulcht und bleibt so auch in trockenen Jahren gleichmäßig feucht. Der Pflegeaufwand hält sich damit in Grenzen und beschränkt sich im Wesentlichen aufs Anbinden und Ausgeizen. 

Ab Anfang August ist bei mir mit den ersten reifen Früchten zu rechnen und die Erntezeit beginnt. Die stattlichen Pflanzen sind recht ertragreich und liefern viele Wochen lang wohlschmeckende, wunderschön gefärbte Tomaten, die mir nicht nur frisch von Strauch besonders gut schmecken, sondern sich auch in der Küche zu allem Möglichen verarbeiten lassen. Die Pflanzen fruchten auch im Herbst unermüdlich weiter, bis irgendwann der erste Frost die Tomatensaison beendet.

Bewertung     

Pascal de Picardie zählt für mich zu den besten Tomatenzüchtungen, die das gesunde Anthocyan enthalten. Es ist eine pflegeleichte, robuste Sorte, die sich auch im Freiland wohl fühlt und bildhübsche, wunderschön gezeichnete Früchte hervorbringt. Für mich ist es eine überaus empfehlenswerte, vortreffliche Tomatensorte und sicher auch eine Bereicherung für die immer kleiner werdende Vielfalt in unseren Gärten.

weitere Sorten mit Anthocyan