Grungy in the Sky bicolor

Tomatensorte Grungy in the Sky bicolor

Etwas zur Geschichte der Sorte Grungy in the Sky bicolor

Die Geschichte von „Grungy in the Sky bicolor“ beginnt im kanadischen Wynndel, südlich vom Kootenay Lake in British Columbia. Valerie “Grungy“ McMurray († 2010) und ihr Mann Daniel McMurray († 2012) waren begnadete Saatgutsammler. Sie haben in ihrem Garten im Creston Valley über Jahre seltene und historische Gemüsesorten angebaut und vermehrt. So entstand eine riesige Saatgutsammlung, zu der auch 1600 Tomatensorten gehörten.

Nach Dan McMurrays Tod wurde die Sammlung dem „College of the Rockies“ in Creston übergeben. Dort gründete man 2014 die „Dan McMurray Community Seed Bank“, mit dem Ziel, so viele Sorten wie möglich anzubauen und in einer Saatgutbank zu erhalten. 2020 wurde daraus die Creston Community Seed Bank Society, eine gemeinnützige Organisation, die sich bis heute um den Erhalt von traditionellem Saatgut kümmert. Quelle: crestoncommunityseedbank.org

Valerie McMurray schickte seinerzeit Samen von einer dunkelgelben, platzfesten, mir namentlich nicht bekannten Sorte an Tom Wagner, den Züchter der berühmten Green Zebra. Tom Wagner kreuzte Valeries Tomate mit seiner Sorte Skykomish, die für ihre hohe Resistenz gegenüber der Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans) und ihren vorzüglichen Geschmack bekannt ist. Aus dieser Kreuzung schickte Tom Wagner Samen an Phil Seneca von Good Mind Seeds in Pittsburgh.

Ab der F2-Generation übernahm Phil Seneca nun die weitere Züchtungsarbeit und selektierte verschiedene Linien. Letztendlich brachte die Selektion dann 2011 zwei neue, brillante Tomatensorten hervor. Zum einen die rein gelbe Grungy in the Sky und zum anderen die zweifarbige Grungy in the Sky Bicolor. Bei einem Tomatenwettbewerb in Buffalo/Niagara belegte die Grungy in the Sky Bicolor im Jahr 2014 den 1. Platz. 

Sortenbeschreibung

Die Sorte Grungy in the Sky Bicolor ist eine Stabtomate. Sie produziert mittelgroße gelborange, rot marmorierte Salattomaten mit einem exzellenten, fruchtigen, süßen Geschmack. Die normalblättrigen Pflanzen tragen dichtes mittelgrünes Laub, haben einen kräftigen schlanken Wuchs und können mit mehreren Trieben über 2 Meter hoch werden. Von der Blüte bis zur erntereifen Frucht vergehen bei dieser mittelspät reifenden Sorte etwa 70 Tage.

Im Durchmesser erreichen die Früchte 4 bis 7 cm, werden 4 bis 5 cm hoch und bringen bis zu 130 g auf die Waage. Pro Rispe wachsen in der Regel 5 bis 7 Tomaten heran. Die runden, abgeflachten Früchte sind in der Größe etwas unterschiedlich. Im Anschnitt zeigt sich ein saftiges goldgelbes Fruchtfleisch mit roten Einfärbungen unter der Haut und am Blütenpol.

Die Haut ist dünn und weich, aber trotzdem auch im Freiland weitgehend platzfest. Falls doch einmal eine Tomate platzt, verheilen die Risse schnell von selbst, ohne dass die Früchte großartig Schaden nehmen. Der Geschmack ist hervorragend. Ein köstliches, wunderbar fruchtig-süßes Tomatenaroma mit nur ganz wenig Säure.

Übersicht

T400
Grungy in the Sky bicolor
Wuchsform:Stabtomate, normalblättrig
Herkunft:USA
Fruchttyp: Salattomate
Fruchtfarbe: gelborange, rot marmoriert
Fruchtform: flachrund
Fruchtgröße:
Ø 4 – 7 cm
Fruchtgewicht:bis 130 g
Reifezeit:65 – 75 Tage – mittelspät
Wuchshöhe:indeterminiert, ⇕ 200 cm
Geschmack:saftig, fruchtig, süß
Standort: Gewächshaus, Freiland, Kübel
Ertrag: hoch

Meine Erfahrungen mit Grungy in the Sky bicolor

Grungy in the Sky bicolor zählt für mich auf alle Fälle zu den optisch schönsten Tomaten, die ich bisher bei mir im Garten angebaut habe. Die Pflanzen sind widerstandsfähig, zeigen beste Resistenzen gegenüber Krankheiten und fruchten auch in kühlen Gefilden wie hier im Vogtland sehr zuverlässig. Damit ist die Sorte aus meiner Sicht, nicht nur fürs Gewächshaus, sondern auch uneingeschränkt fürs Freiland zu empfehlen.

Grungy in the Sky bicolor lässt sich natürlich auch in Kübeln und Töpfen unterbringen. Hier sollte man allerdings auf eine vernünftige Versorgung mit Nährstoffen achten, nur große Pflanzgefäße nutzen und mindestens 30 Liter beste Erde für jede Pflanze einplanen. Ein Regenschutz ist für Tomaten generell zu empfehlen und in verregneten Jahren sicher auch bei dieser robusten Sorte kein Fehler.

Bei mir wächst Grungy in the Sky bicolor überwiegend unter freiem Himmel. Nach den Eisheiligen ziehen meine Jungpflanzen vom Gewächshaus ins Tomatenbeet im Garten um. Sie werden mit einem Abstand von 70 bis 80 cm ausgepflanzt, mit mehreren Trieben erzogen und ordentlich am Spalier aufgeleitet. Der Boden unter den Pflanzen wird mit Mulch abgedeckt. So bleibt er gleichmäßig feucht, ich spare mir das Gießen und Regenwurm & Co. haben immer genug Futter, um frischen Humus für mein Beet zu produzieren.

Damit hält sich der Pflegeaufwand in Grenzen, denn bis aufs gelegentliche Ausgeizen und Anbinden gibt es bis zur Ernte nicht mehr viel zu tun. Anfang August hat das Warten ein Ende, die ersten Früchte werden reif und meistens gleich vor Ort bestaunt und ihrer Bestimmung zugeführt. Zieht man seine Pflanzen, wie ich, mehrtriebig, sind sie äußerst ertragreich und liefern viele Wochen lang, bis weit in den Herbst hinein, prächtige Salattomaten, die sich in der Küche für alles Mögliche verwenden lassen. 

Bewertung     

Grungy in the Sky bicolor ist eine unkomplizierte, wetterfeste, Salattomate. Eine anspruchslose gesunde Sorte, die sich nicht nur mit ihrer tollen Optik, sondern auch wegen ihrer köstlich schmeckenden Früchte einen Stammplatz bei mir im Garten gesichert hat. Eine, wie ich finde, empfehlenswerte Tomate und auf alle Fälle eine Bereicherung für die immer kleiner werdende Vielfalt in unseren Gemüsegärten.

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